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Rahmen und Gabel
Normal oder Slooping?

In den letzten Jahren hat sich auf dem Rahmen-Sektor einiges getan. Gab es vor gut 10 Jahren fast ausschließlich dünne, nackte Stahlrohre am Markt, kann man sich jetzt vor dem Riesenangebot beinahe fürchten. Verschiedene Rahmenbauweisen, Materialien, Lackierungen, wie soll man sich denn da noch auskennen? Slooping - nie gehört, was soll das denn sein!? - aber keine Angst, hier sind Sie wieder mal völlig richtig!

Kommen wir doch gleich mal zum Begriff "slooping", die revolutionäre Bauweise des Rennradrahmens, die sich erst vor wenigen Jahren am Markt etabliert hat. Anfangs noch etwas belächelt (als "Damenrad" bezeichnet), kann man es heute aus dem Peloton des Radsports kaum noch wegdenken. Sein abfallendes Oberrohr bietet ein völlig anderes Fahrgefühl, man fühlt sich freier, der Rahmen ist steif und durch weniger Materialaufwand natürlich auch oft sehr leicht.


typischer Slooping-Rahmen mit abfallendem Oberrohr


"konventioneller" Rahmen mit geradem Oberrohr
Auf die Frage, welche der beiden Rahmenbauweisen nun die bessere ist, scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf "normale" Rahmen, die anderen fahren nur noch Slooping. Doch das muss schließlich doch jeder für sich herausfinden.
 
Materalien
Wie schon vorher erwähnt, gab es bis vor 10 Jahren fast nur Rahmen, die mit dem Werkstoff Stahl produziert wurden. Im Laufe der letzten Jahre kamen immer mehr neue Werkstoffe hinzu.
 
Stahl

Der traditionelle Werkstoff. Früher benützte man relativ dicke Stahlrohre die mit Muffen verbunden wurden und anschließend verschweißt wurden. Die Rahmen waren zwar steif, aber auch sehr schwer. Mit dem Anrücken neuer Materialien begann man auch den Stahlrahmen zu verbessern. Durch hochwertigen Stahl konnte man dünne Wandstärken verwenden und durch eine neue Schweißmethode, das TIG-Schweißen konnte man auf die Muffen verzichten, was wiederum das Gewicht erheblich reduzierte:

Vorteile:  
bei guter Verarbeitung relativ leicht und steif, sehr ausgereift
Nachteile: anfällig für Korrosion


neuartiger Stahlrahmen ohne Muffen
 
Aluminium

Aluminium ist der Werkstoff, dem heutzutage die wichtigste Rolle zu tragen kommt. Erste Versuche brachten noch nicht das gewünschte Ergebnis, denn die Steifigkeit konnte noch nicht so gewährleistet werden. Jedoch wurde die Verarbeitung schnell verbessert und der Werkstoff verbreitete sich unheimlich schnell. Nach ein paar Jahren kam es dann zur Einführung des ovalen Unterrohrs, etwas für die Auge und für die Technik (steifer), und damit auch zum endgültigen Sieg über die Stahlrahmen. Mittlerweile gibt es zwar auch bei den Stahlrahmen ovale Rohre, jedoch überwiegen die Vorteile von Aluminium bei weitem.
Seit kurzem im Trend: Aluminiumrahmen mit Carbon-Gageln und Hinterbau, nützt alle Vorteile von Alu und Carbon

Vorteile: leicht, steif,              wunderschöne Optik
Nachteile: sehr hart zu fahren,                wenig Eigendämpfung


Aluminium-Rahmen mit Carbongabel
Carbon  

Carbon ist ein toller, aber sehr teurer Werkstoff, der nur bei richtiger Verarbeitung richtig Freude macht. Die ersten Carbonrahmen wurden noch mit Alumuffen verklebt. Sie hatten nur eine kurze Lebensdauer und sind sehr oft gebrochen. Erst durch eine neue Techhnik - die Monocoque-Technologie brachte die gewünschte Zufriedenheit. Durch diese Verarbeitungsweise konnten nun die schönsten Formen von Rahmen hergestellt werden, fast schon wie in der Formel 1. Die Produktion ist allerdings sehr teuer.

Vorteile: leicht, steif, gut              gedämpft
Nachteile: relativ teuer


Carbon-Monocoque-Rahmen
Titan  

Aus Titan kann man sehr leichtgewichtige Räder herstellen. Allerdings ist der Werkstoff sehr teuer. Das Schweißen kann nur unter Schutzglas erfolgen. Titan ist sehr beständig gegen Korrosion, deshalb wird auch oft auf Lack verzichtet. Sie werden meist blank poliert, was sehr edel und elegant aussieht. Für die optimale Steifigkeit müssen konische und konifizierte Rohre eingesetzt werden.

Vorteile: leicht, beständig gegen              Korrosion
Nachteile: Aufwändige                Verarbeitung,                verwindet leicht bei                nicht optimaler                Verarbeitung


Titan-Rahmen
   
Gabeln  
Auch auf dem Sektor der Gabeln haben sich die neuen Materialien durchgesetzt. Zuerst wurden auch viele Alu- und Carbon-Rahmen noch mit Stahlrahmen, oft aus "Genius-Rohr" ausgestattet. Auch Aluminium-Gabeln wurden verwendet. Der Trend geht hierbei aber stark hin zu Carbon-Gabeln, die sehr leicht sein können, aber auch leichter brechen können, was sehr gefährlich ist. Deshalb gibt es auch verschieden Arten von Carbon-Gabeln. Es gibt die Vollcarbon-Gabeln, die auch einen Schaft (Rohr, das in den Rahmen führt) auf Carbon haben. Sie sind sehr leicht, können aber bei schlechter Verarbeitung und schlechten Straßen leicht einmal brechen. Dann gibt es noch Carbon-Gabeln mit Aluminium-Schaft, die auch noch leichter sind als andere Gabeln und viel sicherer sind; und schließlich noch die Gabeln mit Stahlschaft, die vom Gewicht her keine großen Erleichterungen bringen, sich aber einer schönen Optik erfreuen und sich auch den besseren Fahrkomfort durch die gute Dämpfung des Carbons zunutze machen.