Willkommen auf www.radsportfieber.at
 
 
 

 
 
 
 

Organisation und Durchführung von Dopingkontrolluntersuchungen in Österreich

 
  1. Auswahl der Veranstaltungen:

    Die Festlegung jener Veranstaltungen, bei denen Dopingkontrollen durchgeführt werden sollen, erfolgt in geheimer Wahl mittels Losentscheid durch einen Vertreter der BSO und des Österr. Anti-Doping-Comités.
    Um diese Veranstaltungen ordnungsgemäß kontrollieren zu können, ist jeder Fachverband verpflichtet, die Ausschreibungen der jeweiligen Veranstaltungen (incl. Bewerben und Zeitplan) rechtzeitig (zumindest 14 Tage vorher) der BSO zu übermitteln, die ihrerseits dem ÖADC die erforderlichen Unterlagen zusendet. Erfolgt die Übergabe der Ausschreibungen nicht zeitgerecht, verliert der Verband den Anspruch auf die Meisterschaftsmedaillen bzw. die Subvention des BMöLS.

  2. Information des Fachverbandes bzw. des Veranstalters:

    Eine Information jener Fachverbände bzw. Veranstalter, die durch das Los bestimmt wurden, ist NICHT vorgesehen.
    Jeder Veranstalter hat daher grundsätzlich für entsprechende Räumlichkeiten - unabhängig ob letztlich auch eine Kontrolle durchgeführt wird - zu sorgen.
    Entsprechend den internationalen Gepflogenheiten müssen folgende Räumlichkeiten bzw. Einrichtungsgegenstände zur klaglosen Durchführung von Dopingkontrollen bereitgestellt werden:
    • ein Raum mit Tisch und mindestens 3 Sesseln zur Administration bzw. Handhabung der Kontrolle
    • ein Raum mit Toilette und Waschmöglichkeit

      Wichtig: Die beiden Räume sollen in unmittelbarer Verbindung stehen!
    • Wartemöglichkeit (Warteraum) mit Sitzgelegenheiten für Sportler und deren Begleitpersonen
    • Getränke (Mineralwasser, Fruchtsäfte, etc.) Wichtig: Nur original verschlossene Getränke sind zulässig!
    • ausreichende Heizung in den Räumlichkeiten.


  3. Nominierung eines Dopingkontrollteams (DKT):

    Das ÖADC organisiert ein Dopingkontrollteam (DKT), welches an Ort und Stelle die Dopingkontrolle durchführt.
    Ein DKT besteht aus mindestens zwei Personen (Leiter und ein bzw. mehrere Helfer/innen).

    Der Leiter des DKT erhält vom ÖADC ein Schreiben ("Offizielle Mitteilung - Dopingkontrolle"), aus dem die Veranstaltung, die Auswahl der Sportler und der Name des DKT-Leiters hervorgehen. Dieses Schreiben ist dem Veranstalter vorzulegen.
    Der DKT-Leiter hat sich mittels einer vom ÖADC ausgestellten ID-Karte auszuweisen. Bei der Auswahl des DKT ist das Geschlecht der zu kontrollierenden Sportler zu beachten. Zumindest eine Person des DKT muß vom gleichen Geschlecht wie der Sportler sein.

  4. Durchführung der Dopingkontrolle am Veranstaltungsort:

    Das DKT reist ohne vorherige Ankündigung zum Wettkampfort an und nimmt hier Kontakt mit dem verantwortlichen Organisator bzw. Funktionär auf. Letzterer leitet das DKT unverzüglich in die für Dopingkontrollen vorgesehenen Räumlichkeiten und veranlaßt bei Bedarf eventuell notwendige Änderungen, um eine klaglose und regelkonforme Durchführung der Dopingkontrolluntersuchungen sicherzustellen.

    Dem DKT ist grundsätzlich freier Eintritt zur Veranstaltung bzw. ungehinderter Zutritt zu den Wettkampf- und Trainingsstätten, sowie Umkleideräumlichkeiten zu gewähren.

  5. Auswahl der zu kontrollierenden Sportler/innen:

    Die Auswahl der zu kontrollierenden Sportler/innen erfolgt bei nationalen Veranstaltungen nach folgenden Richtlinien:
    bei Einzelbewerben:
    1. Vorrunden, Zwischenrunden, etc.: geloste Sportler aus dem jeweiligen Teilnehmerfeld;
    2. Finale: Platz 1, sowie weitere aus dem Teilnehmerfeld geloste Sportler/innen.
      bei Mannschaftsbewerben:
      Vorrunden, Zwischenrunden und Finale: je zwei (oder mehrere) geloste Spieler pro Mannschaft.

      Die Auslosung der betroffenen Sportler/innen erfolgt durch den Leiter des DKT.

      Darüber hinaus kann der Leiter des DKT jederzeit auf Verdacht weitere Sportler/innen zur Dopingkontrolle auffordern. Die Begründung dafür ist im Protokoll zu vermerken. Bei internationalen Veranstaltungen erfolgt die Auswahl (Auslosung) der zu kontrollierenden Sportler/innen entsprechend dem vom jeweiligen internationalen Verband vorgegebenen Reglement.

  6. Verständigung der Sportler/innen:

    Unmittelbar nach dem Wettkampf oder nach Vorliegen des Endergebnisses werden die zur Dopingkontrolle ausgewählten (ausgelosten) Sportler/innen nachweislich (schriftlich und/oder mündlich) aufgefordert, sich unverzüglich zur Dopingkontrolle einzufinden. Der Sportler ist berechtigt, mit einer Person seines Vertrauens (Offizieller, Trainer, Arzt, Masseur, etc.) zur Dopingkontrolle zu erscheinen.
    Darüber hinaus werden dem Sportler die möglichen Konsequenzen aufgezeigt, die in Kraft treten, sollte der Sportler nicht zur Kontrolle erscheinen.
    Grundsätzlich soll die Dopingkontrolle innerhalb kürzest möglicher Zeit durchgeführt werden.

  7. Dopingkontrolle (Prozedur):

    Außer dem/der Sportler/in und seiner/ihrer Begleitperson sollten nur folgende Personen im Kontrollraum anwesend sein:
    • der Anti-Dopingbeauftragte des Verbandes bzw. Veranstalters
    • das Dopingkontrollteam
    • der Anti-Dopingbeauftragte des Internationalen Verbandes (bei internationalen Veranstaltungen).
    Nach Eintreffen des/der Sportlers/in im Dopingkontrollraum muß zweifelslfrei die Identität des/der Sportlers/in festgestellt werden (Lizenz, Lichtbildausweis, Paß, …).
    Die Zeit des Eintreffens im Dopingkontrollraum und die Personalangaben sind vom DKT in den Dokumenten einzutragen.
    Der Sportler wählt selbst ein Urinsammelgefäß (Becher) aus. In diesen Becher sollen mindestens 75 ml Urin unter Aufsicht durch ein gleichgeschlechtliches Mitglied des DKT gelassen werden.

    In weiterer Folge wählt der Sportler zwei mit einem speziellen Code versehene Gefäße aus, in denen sich je ein mit der gleichen Codenummer, sowie mit den Buchstaben A bzw. B versehenes (graviertes) Fläschchen befindet.
    Der Sportler füllt, bis auf eine geringe Restmenge, selbst den gesammelten Urin in die beiden Fläschchen (A-Fläschchen 2/3, B-Fläschchen 1/3). Anschließend werden die Fläschchen verschlossen. Eine Prüfung auf Dichtheit ist angebracht. Danach werden die Fläschchen ordnungsgemäß in den Gefäßen verwahrt. Letztere werden mit Spezialverschlüssen versehen.
    Zeitpunkt der Urinabgabe und Codenummern werden in den Protokollen vermerkt. Ebenso werden eventuell eingenommene Medikamente (lt. Angabe des Sportlers) im Protokoll festgehalten. Nach endgültiger Kontrolle der Daten und der Versapaks durch den Sportler unterzeichnet dieser das Protokoll und bestätigt damit die ordnungsgemäße Durchführung der Dopingkontrolle. Das Protokoll wird weiters vom Leiter des DKT, dem Protokollführer und der Begleitperson des Sportlers (falls anwesend) sowie dem Verbandsverantwortlichen (falls anwesend) unterzeichnet.
    Der Sportler erhält eine Durchschrift des Protokolls.
    Die Protokolle, sowie die Gefäße werden nach Abschluß der gesamten Dopingkontrolle vom DKT verpackt, plombiert und unverzüglich an das ÖADC weitergeleitet.
    Das ÖADC organisiert den weiteren Transport der Urinproben zum jeweiligen Labor. Falls der Sportler beim ersten bzw. bei weiteren Versuchen keine ausreichende Menge Urin abgeben kann, wird die vorhandene Menge in einem vom Sportler selbst ausgewählten Versapak-Fläschchen verwahrt.
    Nach erfolgter weiterer Urinabgabe wird das Fläschchen vom Sportler geöffnet und der "alte" Urin mit dem "neuen" Urin vermischt. Die nun vorhandene Urinmenge wird wie oben beschrieben wieder auf zwei Fläschchen aufgeteilt. Die weitere Vorgangsweise bleibt gleich.

  8. Verweigerung der Dopingkontrolle:

    Wenn ein Sportler sich weigert eine Urinprobe abzugeben, sind ihm die möglichen Konsequenzen aufzuzeigen. Die Weigerung, sich einer Dopingkontrolle zu unterziehen, kommt einem positiven Testergebnis gleich. Weigert sich der Sportler weiterhin, so ist diese Tatsache in den Protokollen zu vermerken. Dieser Vermerk ist durch den zuständigen Anti-Dopingbeauftragten des Verbandes (falls vorhanden) und den Leiter des DKT zu unterzeichnen.
    Das Protokoll ist unverzüglich an das ÖADC weiterzuleiten.

  9. Analyse der Proben:

    Die Analyse der Urinproben ist ausschließlich in vom IOC akkreditierten Labors zulässig. Die Analysen haben so rasch wie möglich nach Ankunft der Proben im Labor zu erfolgen. Die Analysen sind entsprechend den anerkannten Methoden vorzunehmen.
    Außer dem Leiter des Labors und den Laborangestellten haben während der Analyse ausschließlich Personen mit Sondererlaubnis des ÖADC Zutritt zum Labor.
    Das Analyseergebnis ist vom Labor schriftlich auszufertigen.

  10. Bekanntgabe des Analyseergebnisses:

    Das ÖADC wird vom Labor schriftlich vom Analyseergebnis informiert. Das ÖADC übernimmt die Weiterleitung der Ergebnisse:
    • bei negativem Ergebnis:
      an den Fachverband mit dem Ersuchen um Weiterleitung des Ergebnisses an den betroffenen Sportler;
    • bei positivem Ergebnis:
      an den Fachverband zur VERTRAULICHEN Weiterleitung an den Sportler mit dem Ersuchen um Stellungnahme bzw. Information über die gewünschte weitere Vorgangsweise (Analyse der B-Probe).
      Falls vom Sportler/in eine Analyse der B-Probe gewünscht wird, organisiert das ÖADC die Analyse dieser Probe. Diese Analyse soll in Anwesenheit eines Vertreters des ÖADC erfolgen. Der betroffene Sportler hat das Recht, selbst bei der Analyse anwesend zu sein, oder eine Person seines Vertrauens zu entsenden. Die dadurch entstehenden Kosten sind (im Fall eines positiven Ergebnisses) vom Sportler bzw. vom jeweiligen Verband zu tragen.
    • Sonderregelung:
      Wenn die Kontrolle auf Wunsch eines Sportlers (nach Krankheit/Verletzung) durchgeführt wurde, wird das Ergebnis ausschließlich dem Sportler bekanntgegeben.
    Das ÖADC informiert nach Vorliegen der Zweitanalyse (B-Probe) den Fachverband, im Fall einer Bestätigung des positiven Befundes auch die BSO, das BKA und das jeweilige Bundesland. Der Fachverband übernimmt in weiterer Folge die Information des Sportlers.

    Dem Sportler ist die Möglichkeit eines "Hearings" einzuräumen.

    Das Ergebnis der B-Analyse ist als endgültig anzusehen. Weitere Analysen sind nicht zulässig.

  11. Sanktionen:

    Bei Vorliegen eines positiven Analyseergebnisses ist der Fachverband verpflichtet, die dem Reglement entsprechenden Sanktionen einzuleiten und zu überwachen.

  12. Sonderbestimmungen für Trainingskontrollen:

    1. Trainingskontrollen beziehen sich auf verbotene Substanzen der Klasse I.C. (Anabolika), I.D. (Diuretika), I.E. (Peptidhormone, Mimetika und Analoge) und II (Unerlaubte Methoden) der Referenzlist des Europarates (BGBl. III Nr. 108/2000).
      Befindet sich aber ein verbotener Wirkstoff sowohl auf der Liste der Beobachtenden Begleitgruppe des Europarates als auch auf der Liste des Suchtgiftgesetzes oder der Suchtgiftverordnung, so sind bei Vorliegen eines positiven Analyseergebnisses die entsprechenden Sanktionen zu verhängen.

    2. Grundsätzlich können alle Sportler/innen zu einer Doping-Trainingskontrolle aufgefordert werden.

    3. Eine Verweigerung der Dopingkontrolluntersuchung zieht Sanktionen entsprechend dem Reglement nach sich.

    4. Die Auswahl der Sportler/innen für die Trainingskontrollen erfolgt in geheimer Wahl (Los) durch einen Vertreter der BSO bzw. des ÖADC.

    5. Die Verständigung des ausgelosten Sportlers kann erfolgen:
      • das DKT erscheint unangemeldet auf der Trainingsstätte, und/oder
      • das ÖADC nimmt persönlich Kontakt (mündlich und/oder schriftlich) zum ausgelosten Sportler auf und verpflichtet ihn, sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einer Dopingkontrolle zu unterziehen (längstens innerhalb 24 Stunden), und/oder
      • das ÖADC informiert den betroffenen Verband über die durchzuführende Trainingskontrolle (Name des Sportlers). Der Verband ist verpflichtet, unmittelbar nach Verständigung Kontakt mit dem betroffenen Sportler aufzunehmen und die Kontrolle innerhalb von 24 Stunden sicher zu stellen. Die Kontrolle erfolgt in einer dem momentanen Aufenthaltsort des Sportlers nächstgelegenen Kontrollstelle, die vom ÖADC namhaft gemacht wird.


    6. Die Durchführung der Kontrollen, die Analyse der Urinproben sowie die Bekanntgabe der Ergebnisse und die Festlegung der Sanktionen erfolgt analog den gültigen Anti-Doping-Durchführungsbestimmungen.

    7. Bei Trainingskontrollen kann das DKT lediglich aus einer Person bestehen, die aber dem gleichen Geschlecht angehören muß wie der Sportler.