Tristar 111 Split
Rennbericht zum Sieg beim TriStar 111 Split 2011
auf Grund der länge des Berichts nur was für die ganz Harten, denen ich viel spass wünsche ;-)
Tristar 111 Split - Part 1
Nach den tollen Erfahrungen und dem wundeschönen Urlaub im letzten Jahr, mit TriStar 222 Sardinien, bei dem ich zwar mit Raddefekt nur 4er wurde aber es dennoch als ein absolut super Rennen, abseits des Ironman Hype, erlebte, wollte ich heuer auch wieder auf diese Weise, meine Triathlon Saison ausklingen lassen. Das Rennen wurde erst relativ kurzfristig ins TriStar Programm gerufen, so war es nicht verwunderlich das, dass Teilnehmerfeld bei der Premiere doch relativ überschaubar war, aber schließlich war dadurch die Atmosphäre unter den Athleten noch entspannter und viele waren froh wie ich, mal wieder was Neues zu machen. Und da waren die Strecken bestehend aus 1km Schwimmen, direkt im Hafen der Altstadt von Split (UNESCO Weltkulturerbe) 100km Radfahren mit über 1600 Höhemetern und 10km Laufen mit Stiegen und fast 300 Höhemeter ein Garant für Action und Fun. Um 8 Uhr früh ging es für mich mit Startnummer 4 auf die Reise. Da ich das Schwimmen an dem Tag nicht für entscheiden hielt ging ich es mit Reserven an und fand mich bald hinter Jürgen Stiegenbauer wieder, jedoch war die Strecke dann doch etwas länger als 1km und der Rückstand zur Spitze somit etwas mehr als erwartet. Als 5er 1:40 zurück kam ich aus dem Meer und nützte die ca. 400m zur Wechselzone um mein Trikot aus der Hose nach oben zu ziehen und hinein zu schlüpfen, angeblich aller Macca, somit ersparte ich mir das Anziehen auch wenn ein Einteiler wohl doch die schnellere Alternaive gewesen wäre, aber da fehlet es mir an Sponsorenlogos und im Gegensatz zu Podersdorf wo ich mich nach dem Radfahren komplett umzog hatte ich hierzu wohl zuwenig Zeit. In Podersdorf war das aber eine der wichtigsten Entscheidungen die mir den Sieg erleichterten, da ich so nach dem Schwimmen zur Überraschung einiger sehr schnell aus dem Staub war und so für ein hohes Anfangstempo sorgte, das dann manch einen zum Verhängnis wurde, aber das ist ja eine andere Geschichte.
Am Rad fuhr ich gemeinsam mit Jürgen aus Split hinaus und den ersten 9km langen Anstieg hinauf, bis es oben dann wellig weiter ging. Beim letzten Anstieg vor der Wende schloss ich, mitlerweile alleine, zu Dejan Patrecevic und Philipp Podsiedlik auf. Kurz vor der Wende kam mir dann erstmalig der Führenden, Christian Birngruber entgegen, von dem ich leider nicht wusste das er auch dabei war, da ich ihn sonst sicher auch als einen Favoriten gesehen hätte, nach seiner tollen Leistung in Podo 09 und der heurigen Saison. So machte ich mich auf die Aufholjagd und konnte den Vorsprung auch verringern bis es zu einer sehr brentzlichen Situation kam. Plötzlich war in einer leichten Abfahrt nach einer Kurve vor mir eine Kolonne von ca. 3 Autos und ich entschied mich links zu überholen da ich wohl für das Bremsen zu wenig Zeit gehabt hätte und so dem letzten Auto auf den Kofferraumdeckel gefahren wäre. Jedoch kaum links an dem Auto vorbei, stand plötzlich wie aus dem nichts ein silberner SUV quer zur Fahrbahn, der links abbiegen wollte. So blieb mir nicht mal Zeit um zu Bremsen, ich versuchte so geschickt wie nur möglich das Auto seitlich zu treffen um nicht frontal hinein zu krachen. Aber dennoch krachte es ordentlich, ich flog mit der rechten Seite auf die Autotür und von da wieder retour auf die linke Seite auf den Asphalt, wo relativ viel Rollsplitt war. "Puh", dachte ich "das wars jetzt!" Aber dennoch schnappte ich mir im Reflex mein Rad und sprang wieder drauf. Zu meiner weiteren Verwunderung rollte es noch, nur die Kette musste ich wieder in die Gänge bringen. Ich überlegte mir " Ich roll mal runter, die letzten 12km bis in die Wechselzone und schau dann weiter". Zu meiner Verwunderung übernahm ich dann auch noch in Split die Führung, da Bringruber, aus mir unerklärlichen Gründen, noch langsamer fuhr. Ich wusste, jetzt muss ich auch noch rennen....
Fortsetzung folgt ;-)
TriStar 111 Split Part 2
Der Rennbericht von Podersdorf ist immer noch bis jetzt nur in meinen Kopf, und es könnte sein das er da auch bleibt, so will ich erst mal auf das Rennen in Split genauer eingehen weil es mir einfacher fällt, dennoch gab es einige - wie so oft im Leben - parallelen! Vor PoDo hatte ich den WEM Triathlon in Litschau gemacht, wohl zur Verwunderung vieler eine harte Halbdistanz 2 Wochen vor einen wirklich wichtigen Rennen. Aber Adi (mein Coach) hatte recht ich brauchte eine richtig harte Einheit um mir klar zu werden was mich in Podo erwarten wird und um meinen Lauftrainingsrückstand möglicht wieder etwas zu kompensieren. Auch wenn der 5. Platz für viele nach nichts besonderes aussah, hatte ich durch das Rennen jede menge Selbstvertrauen gewonnen, denn nur ich und Adi wussten zu dem Zeitpunkt wie schwer es wird bis Podo die Kurve wieder zu bekommen. Ups is ja doch wieder die andere Geschichte....
Eine Woche vor Split startete ich beim Sprinttriathlon am Sulmsee, mit dem Gedanken die einzig mir noch fehlende steirische Meistermedailie abzuholen, etwas für Split zu trainieren und Spaß zu haben. Schwimmen war gut aber sauhart, am Rad fehlte mir der übliche Druck und mein Rhythmus und beim Laufen fragte ich Athleten die mich überholten ob sie in der 1. oder wie ich in der 2. Runde waren. So wurde ich 7er und nur 2. der steirischen Wertung. Auch wenn es wichtigeres für mich gibt ärgerte ich mich über meine Dummheit. Also das hätte ich mir sparen sollen oder auch nicht denn so erkannte ich das wohl man - aber sicher fuxi - einen Wettkampf nicht zum Spaß macht! Ich muss hungrig nach einen Rennen sein und bereit alles dafür zu geben! Aber eins darf ich dabei nicht vergessen ich kann nur meine eigene Leistung beeinflussen nie die der meinen Gegner und genau das wurde mir in Split zum Verhängnis!
Bei der Aufholjagd nach Christian Birngruber war ich mit den Gedanken viel zu sehr damit beschäftigt was er da vorne wohl machen würde und wie ich den Rückstand zu ihm so schnell wie möglich verringern konnte. Ich war nicht Geduldig und ich war nicht bei mir Selbst und genau das kann tödlich sein. Meine Aufmerksamkeit war nicht da wo sie hingehörte mir fehlte es auch an Selbstvertrauen und so geschah der Unfall der wie ich mir nun sicher bin sogar vermeidbar gewesen wäre. Wäre ich aufmerksam gewesen hätte ich die Gefahr wie auch immer rechzeitig erkannt. Aber so lernte ich es auf die harte Tour was Sache ist. Nach dem Unfall verschenkte ich keinen Gedanken mehr an meinen Rückstand, anfangs war ich einfach nur froh wieder Rad fahren zu können und mit der Zeit hatte ich dabei wieder meine wahre Freude und Leidenschaft gefunden und wurde immer schneller. Noch bevor ich in Führung ging wusste ich, dass ich das Rennen nicht aufgeben werde denn für irgendetwas muss dieser Sturz auch diesmal wieder gut gewesen sein! Und genau so war es und nicht wie in Part 1 geschrieben musste ich noch rennen, nein ich wollte um alles in der Welt dieses verzückte mir so ans Herz gewachsene Rennen beenden!
Alle guten Dinge in meinen Leben sind 3 also ein Part kommt noch!
TriStar 111 Split Part 3
Das die 10km Laufstrecke bei Hitze mir entgegen kommen wusste ich, schließlich hatte auch Adi in unseren üblichen und mir so wichtigen Wettkampfbesprechungstelefonat zu mir gesagt: "Es zählt Kraftausdauer, Erfahrung, mentale Stärke und wenn du leidest leiden die anderen mit Sicherheit auch!" Nach der wieder langen Wechselzone und einen guten Wechsel ging es gleich nach ein paar hundert Meter eine schmale Gasse hoch wo kurz drauf etliche Stiegen zu bewältigen waren. Gut das ich mir die Laufstrecke nicht angeschaut hatte, ich erinnerte mich lediglich etwas an das Höhenprofil ca. 3km Bergauf dann runter und dann wieder 3km rauf und dann ab ins Ziel, also ganz easy. Meine Beine fühlten sich erstaunlich gut an und Stiegenlaufen lag mir immer schon (war mal Junioren Gewinner beim Donauturm-Treppenlauf mit 777 Stufen). Erst bei der Wende gab es eine Labestelle und ein kurzes Pendelstück auf dem ich sehen konnte wo sich meine Verfolger befanden. Aber am liebsten wäre ich wie in Podo ganz ohne Info und Zeitrückstande gerannt, einfach nur nach meinen Gefühl! Im Gegensatz zu Podo meinte Adi darf es auf den 10km schon mehr weh tun und ja das tat es auch, zwar waren die Beine ganz gut, aber wie bei Sprinttriathlons hatte ich vermehrt mit der Sauerstoffversorgung zu kämpfen, aber wenn man dann auch noch Spaß an der Quälerei hat dann ist man verdampft gut unterwegs! So rannte ich bewusst Schritt für Schritt dem Ziel entgegen und vergaß sogar meine Laufverletzung die mich fast die heurige Saison gekostet hätte. Und so kam ich dann auch zu dem wunderschönen Zielkanal, gesäumt von Palmen am Hafen von Split und konnte meinen Erfolg fast nicht fassen. Ich sprang wie in Sardinien mit den Händen in der Höhe durch den Zielbogen, nur diesmal als Gewinner, aber vor allem als Sieger über mich selbst wie in Podo! Dann Suchte ich nach Sandra und Maximilian und umarmte Sie. Nach den Interviews und Fotos merkte ich das ich meine rechte Hand nicht mehr heben konnten, aber wie kann das sein ich bin ja eben erst durchs Ziel gesprungen? Alles ist möglich!
das ist die wahre Tapferkeit!

See you 2012
Andi Fuchs



